"American-Tribal-Style
- " Tribal Style" - "Tribal-Fusion" -
"Contemporary Tribal Bellydance"
Entstehungsgeschichte
USA
Ende der 60er Jahre, Bauchtanz war gerade groß in Mode in USA
(besonders in Californien), tanzten Schülerinnen von Jamila Salimpour
(Mutter von Suaila Salimpour) auch immer wieder am auf Renaissancefestivals,
vergleichbar mit unseren mittelalterlichen Festen.
Jeder, der in Kostümierung
kam, erhielt freien Eintritt und die Frauen fanden so ein breites Publikum
für ihren Tanz. Dies artete jedoch bald so aus, dass Jamila gebeten
wurde, dafür zu sorgen, dass die Auftritte in gemäßigte
Bahnen gelenkt würden.
Sie trat nun mit
ihrer neu formierten Gruppe "Bal Anat" auf. Sie zeigten Folklore
verschiedener Regionen mit einem Hauch Showeffekten wie Schlangentanz,
Schwerttanz, Zauberer usw. (Jamila kam aus einer Zirkusfamilie). So
konnte dem amerikanischen Publikum ein Überblick über das
weite Spektrum der Orientalischen Tänze gegeben werden.
Trotz der
Hinweise auf die Mischung aus Kultur und Fantasie war dies für
viele Amerikaner der "echte Orient". Jamilas Tänzerinnen
symbolisierten verschiedene Stämme (Tribes). So entstand wahrscheinlich
die Bezeichnung "Tribal-Dance" oder "Tribal-Style".
Eine Schülerin
von Jamila war Marsha Archer. Sie nahm die Idee ihrer Lehrerin auf,
brachte aber auch eigene Vorstellungen mit ein. Sie vereinheitlichte
die Kostümierung, schuf sozusagen eine "Stammestracht",
sie brachte eine harmonische, künstlerische Note in den Tanz.
Auch in der Nachfolge
wurde der Stil des "Tribal" ständig verändert, jede
Schülerin übernahm Teile von ihrer Lehrerin und fügte
eigene Ideen hinzu. Somit ist diese Tanzform immer wieder geprägt
von neuen Ideen und entwickelte sich weiter. Eine der bekanntesten und
erfolgreichsten Tribal Tänzerinnen ist wohl Carolena Nereccio mit
ihrer Gruppe "Fat Chance Belly Dance".
Entwicklung
in Deutschland
Bis Mitte der 90er Jahre war Tribal Style auch in den USA hauptsächlich
auf Kalifornien beschränkt. Erst durch Show- und Lehrvideos von
FCDB, "Gypsy Caravan" und "Habibi Ru" wurde auch
in anderen Regionen der USA und darüber hinaus das Interesse für
Tribal geweckt. So um die Jahre 1996-98 begannen die ersten Frauen in
Deutschland mit Tribal zu experimentieren.
Mittlerweile haben
sich diverse Tribes in ganz Deutschland gebildet. Schon jetzt entwickelt
jeder seinen eigenen Stil. Dies geht von stark folkloristischer Ausprägung
bis hin zu indisch oder spanisch geprägten Tänzen.
Weiterentwicklung
Aktuell entwickelt sich der – bisher von der Gruppe FCBD stark
geprägte Stil weiter in Richtung Tribal-Fusion. Die Musik und die
Bewegungen werden experimenteller und vielleicht noch mystischer –
auf jeden Fall ist ein Trend zum sehr ausdrucksstarken Tanz zu erkennen.
Die bekannteste Tänzerinnen dieser neuen Entwicklung ist wohl Rachel
Brice mit Ihrem Tribe Indigo aus San Fransisco.
Kostümentwicklung
Ursprünglich bestanden die Kostüme aus "Nomadenkleidung"
aus verschiedenen Ländern (Cholis, Münz-BHs, Pluderhosen,
weite Röcke mit Sariborte oder aufgestickten Spiegeln, Turbane
etc. ) und es wurde enorm viel handgemachter Silberschmuck aus Afghanistan,
Indien, Marokko, Ägypten und der Türkei getragen. Noch ein
typisches Merkmal war der Einsatz von Fransentüchern und/oder großen,
farbigen Bommeln aus Wolle.
Der üppige Schmuck ist geblieben, wird aber heute ergänzt
durch jegliche Art von Dekorationen aus z.B. Kaurimuscheln, Pfauenfedern
oder ähnlichem. Die Kostüme werden teilweise wieder schlichter
– vor allem in den USA tauchen Turbane und Bommelgürtel bei
den Tribal Tänzerinnen immer seltener auf.
UND
WAS MACHT TRIBAALA????
Wie viele andere haben auch wir Tribal auf den Grundlagen von FCBD und
Gypsy Caravan verinnerlicht -
inzwischen haben uns aber auch so großartige und kreative Tänzerinnen
wie z.B. Jill Parker (Ultra Gypsy), Rachel Brice (The Indigo) und Sharon
Kihara sehr inspiriert. Mit geprägt wurde unser aktueller Tanzstil
vor allem aber durch den Modern Dance beeinflußten Stil von Heather
Stants (Urban Tribal) und die sehr effektive Tanztechnik von Suhaila
Salimpour.
Improvisierter Tribal Style Dance und Säbel- oder Bändertänze
gehören heute noch genauso zum Repertoire des Ensembles wie ausgefeilte
Tribal Fusion Choreografien, mystischer Ausdruckstanz, spontane In-Contact
Einlagen oder mitreißende Tribal-Gypsy Fantasy Tänze. Tribaala
bewegt sich mehr und mehr im Bereich Contemporary (Tribal) Bellydance...
und was die Zukunft noch bringt ... wer weiß ... aber es wird
auf jeden Fall sehr spannend!